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Projektreise Februar 2011 PDF Print E-mail

Besuch vor Ort 12. - 25. Februar 2011

„Mein zweiwöchiger Aufenthalt in Fuyang und das Zusammentreffen mit zahlreichen Kindern hat mir vor Augen geführt, wie wichtig und unerlässlich unsere Hilfe vor Ort ist.“

Bericht von Jan Heidemanns


Am 11.02.2011 brach ich von Beijing aus nach Fuyang auf, um zwei Wochen lang unsere Partnerorganisation Pu Gong Ying (PGY) zu besuchen und mitzuarbeiten. Das Wochenende wurde ich noch von den Vereinsmitgliedern Claudia Walther (China-Repräsentantin) und Bastian Lankeit (stellvertretender Vorsitzende) begleitet. Ziel meines Aufenthaltes war es, möglichst viele Kinder kennen zu lernen, Ideen für die Gestaltung des geplanten Kinderzentrums in Yanhe zu sammeln und unsere Partner in Jieshou zu treffen.

Besuche bei Kindern
jpgAm ersten Tag in Fuyang trafen wir uns mit Ma Mingjun, der bei Pu Gong Ying für die Betreuung unseres Projekts zuständig ist. Mit dabei waren noch Su Haijing, ebenfalls PGY-Mitarbeiterin und Yanran, ein von uns unterstütztes Kind. Nach einem gemeinsamen Mittagessen lud uns Yanran ein, ihre Schule zu besichtigen. Sie führte uns
herum und es war spannend zu erfahren, wie ein chinesischer Schulalltag aussieht.
Sonntagmorgen wurden wir von Ma Mingjun abgeholt und fuhren nach Yanhe. Wir besuchten einige „unserer“ Kinder zu Hause und besichtigten die Grundschule, wo das Kinderzentrum errichtet werden soll. Das erste Treffen mit den Kindern verursachte bei mir sehr gemischte Gefühle. Auf der einen Seite war es unheimlich traurig, die Schicksale und Geschichten der Kinder zu erfahren. Doch auf der anderen Seite war es auch sehr schön, die Kinder persönlich kennen zu lernen und zu sehen, wem wir helfen. In der darauf folgenden Woche begleitete ich Ma Mingjun nach Yingzhou, um das Geld an die Kinder zu verteilen. Dies bot mir eine weitere Gelegenheit, mich mit den Kindern zu unterhalten und ein wenig aus ihrem Leben zu erfahren. Besonders froh war ich über die Begegnung mit Xiwen, der mit uns zu Mittag aß und ich somit die Möglichkeit hatte, länger mit ihm zu sprechen.

Einen Tag vor unserer Fahrt nach Yingzhou hatte ich einen Brief an die Kinder geschrieben, den sie zusammen mit dem Geld und einem frankierten Briefumschlag erhalten haben. Damit wollen wir sie ermutigen, Ma Mingjun oder uns zurückzuschreiben und aus ihrem Leben oder von möglichen Problemen zu erzählen.

jpgIn der zweiten Woche hatte ich noch ein weiteres Mal die Gelegenheit, „unsere“ Kinder zu besuchen. Ma Mingjun und ich fuhren nach Linquan, dem am weitesten entfernten Kreis von Fuyang. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und einem kleinen Stau haben wir für die Anfahrt fast drei Stunden benötigt, was leider dazu führte, dass wir weniger Kinder treffen konnten als geplant. Nach einem langen Tag und viel Fahrtzeit konnte ich die Bekanntschaft mit acht Kindern machen. Das Treffen mit den Kindern verlief nicht immer einfach, da wir beim Besuch ihres Zuhauses nicht die Aufmerksamkeit der Nachbarn und Dorfgemeinschaft auf uns ziehen wollten, um die Privatsphäre der Kinder zu wahren.

Ma Mingjun hat mir bei den Besuchen sehr gefallen. Er geht in meinen Augen ausgezeichnet mit den Kindern um und nimmt seine Aufgaben sehr verantwortungsbewusst wahr. Im Gespräch mit ihm wird deutlich, dass er sich sehr um das Wohl der Kinder sorgt. Er redet gewissenhaft auf die Kinder ein, macht ihnen Mut und ermutigt sie, sich mit jeglichen Sorgen an ihn zu wenden.

Geplantes Kinderzentrum in Yanhe
Neben dem Treffen mit den Kindern besprach ich mit dem Direktor der Grundschule in Yanhe, Herrn Zhang, die weitere Vorgehensweise bezüglich des Baus des Kinderzentrums. Der Bau ist für die Ferien um den 01. Mai geplant. Erfreulicher Weise stimmt Herr Zhang zu, das Kinderzentrum auch am Wochenende für die Kinder zu öffnen. Hierbei bedarf es jedoch noch weitere Absprachen, um zu klären, wer die Betreuung der Kinder am Wochenende übernimmt. Unser Wunsch ist es, dass sich einige der Lehrer bereiterklären, diese Aufgabe zu übernehmen. Neben der Baufinanzierung soll mit dem veranschlagten Geld auch die Innenausrichtung - Tische, Stühle, Bücher, Spielsachen - des Kinderzentrums angeschafft werden.

Fahrt nach Jieshou
jpgAn meinem vorletzten Tag in Fuyang trafen Ma Mingjun und ich uns mit dem Bildungsamt in Jieshou, das aufgrund der großen Entfernung zu Fuyang für die Geldverteilung in der Region zuständig und ein zuverlässiger Partner ist. Es ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, dass arme Oberstufenschüler seit diesem Jahr von der Oberstufengebühr befreit werden können. Hier wollen wir sehen, ob dies in allen Kreisen für unsere Kinder möglich sein wird.

Ende der Reise
Mein zweiwöchiger Aufenthalt in Fuyang und das Zusammentreffen mit zahlreichen Kindern hat mir vor Augen geführt, wie wichtig und unerlässlich unsere Hilfe vor Ort ist. Es war mir eine besondere Freude Ma Mingjun kennenzulernen und mit ihm einen ehrlichen, gewissenhaften und sich seiner Verantwortung bewussten Mitarbeiter vor Ort zu haben, der dafür Sorge trägt, dass das Geld direkt bei den Kindern ankommt. Ich werde noch bis Ende Juni in China verweilen und werde in dieser Zeit bestimmt noch einmal nach Fuyang fahren, um einige der Kinder zu besuchen.

Jan Heidemanns

 
 
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