Home arrow Projekte arrow Geschichten der Hoffnung
Sonntag, 19 November 2017
 
 
Geschichten der Hoffnung PDF Print E-mail

Blindes Mädchen mit gespendetem TeddyDie von uns unterstützten Kinder erhalten keine staatliche Hilfe, da ihre Eltern ohne gültiges Testergebnis an AIDS gestorben sind. Sie leben zum Teil bei Verwandten, zum Teil ganz allein, und können sich oft einen Schulbesuch nicht mehr leisten.

Lesen Sie hier über einige der Kinder und ihre Familien, die durch unsere Unterstützung von der größten Not befreit sind.

(Da HIV/AIDS in China nach wie vor sehr stigmatisiert ist, verzichten wir zu ihrem Schutz darauf, erkennbare Fotos von Betroffenen und Angehörigen zu veröffentlichen, nennen keine Orts- und Nachnamen. Wir bitten dafür um Verständnis.)

Foto: Freudiges Erstaunen über einen der über 100 von uns nach China geschickten Teddies. 

Hailong, 13

Hailongs Eltern sind beide gestorben, er lebt bei seinen Großeltern. Seine größte Sorge ist es, dass diese krank werden könnten. Bereits jetzt muss er einen Großteil der Hausarbeit leisten, kochen und putzen, um die beiden zu entlasten. Er ist froh, dass es für ihn trotzdem noch möglich ist, zur Schule zu gehen und zu lernen. Englisch und Mathe machen ihm zwar Probleme, aber er will unbedingt auch in diesen Fächern vorankommen.

jpg

Seit 2007 bekommt er Geld aus unserem Projekt und finanziert davon Schulmaterialien und einen Teil des Lebensunterhalts. Er erzählt, dass er ohne diese Unterstützung dieses Jahr auf Arbeitssuche fort gegangen wäre. Der Teufelskreis aus Armut, Unbildung und Krankheit hätte sich für ihn weitergedreht. 

Foto: Mitarbeiterinnen von Save the Children, Gisa und Claudia mit Hailong (Mitte) 

Lucheng, 15

jpg

Luchengs Vater ist vor 6 Jahren an AIDS gestorben. Er hatte sich beim Blutplasmaspenden infiziert und dann die Mutter angesteckt, bei der mittlerweile auch AIDS ausgebrochen ist. Da sie bisher keine Medikamente bekommt, wird sie vielleicht nicht mehr lange leben. Immer wieder drängt sie ihren Sohn, gut zu lernen, damit er auf eigenen Beinen stehen kann.

Lucheng geht gerne zur Schule, vor allem malt er gerne, aber die schwierige Familiensituation hat ihn sehr geprägt – er spricht kaum und fühlt sich durch den ständigen Geldmangel sehr bedrückt. Der selbst angebaute Mais reicht gerade für den Eigenbedarf, so hatte die Familie bis auf eine minimale staatliche Unterstützung lange kein Einkommen.

Seit zwei Jahren bekommen Lucheng und sein Bruder je 50 RMB aus unserem Projekt. Die Mutter ist dankbar und beruhigt, dass dieses Geld ihren Kindern die Chance auf eine bessere Zukunft ermöglicht. Dank der umfassenden AIDS-Aufklärung durch unsere Partnerorganisation "Save the Children" hat auch die Diskriminierung der Kinder abgenommen: Nachdem eine Zeit lang niemand etwas mit ihnen zu tun haben wollte, gehen sie jetzt wieder regelmäßig mit Schulkameraden spielen, nehmen an Aktivitäten des Kinderzentrums teil und sind wieder fröhlicher.

Chengcheng

Chengcheng ist 13 Jahre alt, wegen Mangelernährung wirkt er eher wie neun. Er geht in die 5. Klasse der Grundschule. Seine Mutter ist vor vielen Jahren an AIDS gestorben, der Vater hatte die Familie bereits verlassen, als Chengcheng noch klein war. Nach Nachforschungen konnte der Vater zwar kürzlich gefunden werden, doch lebt er selber in so schwierigen Verhältnissen, dass er seine Kinder nicht unterstützten kann. Chengcheng und seine ältere Schwester leben seit dem Tod der Mutter bei ihrer Großmutter, an der sie sehr hängen und die ihnen als Familienmitglied Liebe und Zusammenhalt gibt. Sie ist allerdings körperlich behindert und kann nicht bei der Arbeit oder im Haushalt helfen. So kümmern sich die beiden Kinder eher um die Großmutter als umgekehrt. Sie erledigen den Haushalt - kochen, waschen und putzen - und versuchen daneben, weiter zur Schule zu gehen. Chengcheng hatte eigentlich immer hervorragende Leistungen in der Schule gezeigt, doch der finanzielle und seelische Druck lasteten zunehmend schwerer auf ihm und beeinträchtigten auch seine Konzentration in der Schule. Gleichzeitig trug er schwer an der ständigen Frage, wie lange ein Schulbesuch überhaupt noch möglich sein würde.

Seit Oktober 2005 erhält Chengcheng monatlich 100 RMB Unterstützung aus unserem Projekt. Die Situation der Familie hat sich dadurch deutlich verbessert und für Chengcheng bedeutet es viel, dass er nun mit innerer Ruhe zu Schule gehen kann und dass er etwas zum Unterhalt der Familie beiträgt.

Qianli

Qianli ist 12. Seine Eltern sind beide an AIDS gestorben, geblieben sind nur sein Großvater und eine Cousine, die ebenfalls beim Großvater lebt. Nach dem Tod der Eltern hatte Qianli aufgehört zu sprechen. Aus Geldmangel ging er erst mit 8 Jahren zur Schule und taut dort seither ganz langsam auf. Er spricht immer noch kaum, lächelt aber wieder und hat eine Leidenschaft entdeckt: Er schreibt auf ganz dünnem Papier spiegelverkehrte Schriftzeichen. Wenn man das Papier gegen die Sonne hält, sieht man, ob die Zeichen richtig geschrieben sind. Der Großvater ist dankbar, dass unsere 100 RMB monatlich den weiteren Schulbesuch von Qianli sichern, und er hoffentlich so sein Trauma verarbeiten und sich zu einem lebensfrohen Jugendlichen entwicklen kann.

Zhongfa und Aman

Zhongfa und Aman neben dem Schulgebäude

Zhongfa, 11, und Aman, 12, haben je beide Eltern durch AIDS verloren. Beide leben mit noch zwei "Geschwistern" in der ersten von uns finanzierten Familieneinheit. Aman, die beide Eltern im Alter von einem Jahr verloren hatte, lebte bei Verwandten, die sich kaum kümmerten, sprach nicht und war offen-sichtlich todunglücklich. Als ihr Großvater, der selber in sehr schwierigen Verhältnissen lebt und sie nicht bei sich aufnehmen konnte, von dem neuen Haus mit "Eltern" hörte, bat er sofort um ihre Aufnahme. Seither ist Aman sehr aufgetaut. Sie spricht noch nicht viel, hat aber in der Schule große Fortschritte gemacht, lacht und hat uns bei unserem Besuch gemalte Bilder aus ihrer Sammlung geschenkt. Die vier Kinder bekommen von uns 50 RMB monatlich als zusätzliche Unterstützung für Bücher, Hefte, Stifte oder mal etwas zum Anziehen. Die "Eltern" sind ein Lehrerehepaar, das von uns 300 RMB als Aufwandsentschädigung erhält und sich liebevoll um die Kinder kümmert.

Foto: Zhongfa und Aman neben ihrem Schulgebäude. Die Schule, auf die die beiden und weitere von uns unterstützte Kinder gehen, erhält von uns Hilfe bei der Anschaffung von Tischen und Stühlen, sowie bei der Reparatur der desolaten Sanitäranlagen.

Guangxiang

Guangxiang ist 14. Seine Eltern sind beide HIV-infiziert, er selber ist gehbehindert. Der kranke Vater kümmert sich um ihn, die 11jährige Schwester und die über 80jährige Oma alleine, denn die Mutter versucht, so lange sie noch kann, außerhalb etwas Geld zu verdienen. Die Familie ist bitter arm und die Eltern wissen nicht, was aus den Kindern werden soll, wenn sie sterben.

Unsere 100 RMB monatlich helfen der Familie im Alltag und der kleinen Schwester, in der Schule zu bleiben. Durch unsere Spende konnte für Guangxiang nun auch erstmalig ein Rollstuhl angeschafft werden.

Zuying 

Brief von Zuying

Zuying ist 12. Ihre Mutter ist vermutlich an AIDS gestorben. Sie lebt in bitterer Armut bei ihren Großeltern, die gerade genug zum Leben anbauen, aber unter 50 Euro Jahreseinkommen haben. Zitat aus Zuyings Brief an uns:

"Mein Vater war nicht richtig im Kopf, ich weiß nicht, wo er ist. Meine Mutter ist gestorben. So haben mich beide Eltern verlassen. Ich bin jetzt noch nicht so gut in der Schule, aber ich werde mich sehr anstrengen. Vertraut mir, ich werde Euch nicht enttäuschen und Erfolg im Leben haben!"

 

 
 
Top! Top!