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Sonntag, 19 November 2017
 
 
MDG und Gesundheit PDF Print E-mail

Milleniumentwicklungsziele 

Die reichen Länder der Welt haben sich im Jahr 2000 auf die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) verständigt, die bis 2015 erreicht sein sollen. Inzwischen scheint klarer als je zuvor, dass diese Ziele nicht erreicht werden. Kein Wunder, wenn man sich gleichzeitig anschaut, wie die verschiedensten Länder in den vergangenen Jahren mit ihrer ODA (Official Development Assistance = Entwicklungshilfe) umgegangen sind:

Zwar hatte Deutschland schon in den 70er Jahren versprochen 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) als ODA zur Verfügung zu stellen und hat sich 2000 auf einen EU-Stufenplan zur schrittweisen Erhöhung der Entwicklungshilfe verpflichtet. Doch obwohl zu diesem Thema von der Regierung pflichtschuldig immer wieder Erfolge verkündet werden, sieht die Realität anders aus. Der europäische NGO-Dachverband CONCORD hat in einer Studie festgestellt, dass in vielen europäischen Ländern die ODA in den letzten Jahren de facto gesunken ist, wenn man einmal die verschiedenen Buchungstricks herausrechnet. Hier sind vor allem die großen Schuldenerlasse für den Irak und für Nigeria zu nennen – alte Schulden, die die Länder zum Teil sowieso nicht mehr bedient haben. Diese werden beim Erlass dem Geber als 100 Prozent ODA angerechnet. Die so errechneten Zahlen suggerieren fälschlich, dass die reichen Länder endlich mehr für die Armen täten.

Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Gesundheit 

Wenn das sinnlose Sterben von zehn Millionen Kindern unter fünf Jahren, das Sterben von Müttern durch unbetreute Schwangerschaften und das von Menschen mit AIDS, Malaria und Tuberkulose aufhören soll, dann müssten die reichen Länder de facto nur 0,1 Prozent ihres BNEs für Gesundheit bereitstellen, so steht es in einem Bericht der Kommission für Makroökonomie und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der weltweit Beachtung fand. Doch sind wir in Deutschland noch meilenweit davon entfernt, genauso wie viele unserer europäischen Nachbarn und die USA sowie Japan. Deutschland gibt offiziell 0,36 Prozent ihres BNEs für Entwicklungshilfe aus, nach Herausrechnung von Schuldenerlassen etc. bleiben inoffiziell allerdings nur 0,2 Prozent übrig und davon werden noch nicht einmal fünf Prozent für den Bereich Gesundheit ausgegeben. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden, denn Krankheit erzeugt neue Armut. 

 
 
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